Session #6 – Schülerin ohne Schule

Versprochen war zwar ein weiterer Bericht von den Radiotagen im BR, da ich allerdings doch mehr 0815-Schülerin als Bloggerin bin, habe ich die Gelegenheit gerne genutzt, und meinen Tag (anstatt im Rundfunkhaus) anderweitig verbracht (-> geschwänzt).

Meine letzte Schulwoche läuft, und wo sich eigentlich das ganze Schuljahr aufgeregt werden, wenn Stunden ausfallen könnten, wird jetzt zum Schluss händeringend versucht, irgendwie noch die Zeit rumzubringen. Montag und Dienstag also die Tage im BR, heute dafür für meine Jahrgangsstufe den gesamten Tag (!) schulfrei, morgen „Wander-/Exkursionstag“, am Freitag werden Zeugnisse abgeholt und das wars dann auch schon.

Komisches System, und die Kollegiaten haben für diese Woche auch noch Attestpflicht, damit sie von den Highlights, die sich hier aneinanderreihen, auch ja nichts verpassen.

Die Tage sind wild…

Ein „Radiofest“, ein Rundfunkhaus, eine Horde Schüler, die dazu gezwungen wird, Seminare und Projekte zum Thema Radiojournalismus zu besuchen.

Und mittendrin ich.

Der erste Tag des Radiofests des Bayrischen Rundfunks („Wilde Tage“ genannt) ist vorbei, und ich hatte das Vergnügen zusammen mit 120 anderen Schülern meiner Jahrgangsstufe dort zugegen zu sein. Die Internetpräsenz zu der Veranstaltung sagt einem doch glatt, dass man Mikro und Mischpult checken soll – es versprach eine Gaudi, ja eine Freude für mich zu werden, die doch einmal in der weiten Welt des Journalismus sesshaft werden will und in der Branche ihr Brot verdienen will. Ein Blick ins Programm tat sein übriges. Presserecht, Musikfarben, Workshops zu Formen wie Reportage oder Interview, aber auch Theaterfechten oder Bodypercussion für diejenigen, die mit dem Medium Radio nicht allzu viel am Hut haben, wurden angeboten. Recht schnell jedoch brach die Ernüchterung über uns zusammen, und das in Form von 8 Altpapier-Kuverts.

Denn man kann nicht frei entscheiden, welche „Audiomaxx“-Workshops man besucht, nein, jede Schule bzw. jede Klasse hat ein Ticketkontingent für diverse Workshops bekommen. Dass diese jedoch nur etwa eine Einführung ins Podcasting oder ein 3stündiger Vortrag zum Thema Dramaturgie waren, daran konnten sich dann noch weniger erfreuen, als ohnehin schon. Gründe hierfür? 8€ muss man löhnen um Zutritt für beide Tage des Radiofests zu bekommen, zwei Workshops pro Tag sind Pflicht, einer am Vormittag, einer am Nachmittag (zumindest ist das an meiner Schule so vorgeschrieben).

Doch gut, zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch frohen Mutes, hatte ich ja immerhin für den heutigen Montag ein Ticket für den Kurs „Einführung Podcasting“ und „Was ist Radiojournalismus?“ ergattern können.

Leicht unorganisiert ging es im Rundfunkhaus dann heute morgen zu, verloren wirkende junge Erwachsene (Praktikanten? *husthust*) mit Pappschildern (wie am Flughafen) sollten die Horde an gelangweilten Jugendlichen zu den einzelnen Workshopräumen führen – ich kam dann auch tatsächlich im Raum A bzw. dem Großen Sitzungssaal des BR an und durfte doch tatsächlich auf einem der bereitgestellten Tische Platz nehmen. Dann ging’s auch schon los, eine PowerPoint-Präsentation, ein Medienbetreuer des Rundfunks (der übertrieben gut präsentieren wollte und wohl dachte, dass er durch seine Art sicher auch gleich für die Comedy-Abteilung des BR verpflichtet wird) und eine freie Podcasterin erzählten so einiges. Was ein Podcast ist, dass man dazu dies und das braucht, und natürlich: Welche Podcasts stellt der Bayrische Rundfunk auf seiner Website wo genau und wie zur Verfügung, wie heißt der Podcast der Podcasterin, wie erfolgreich ist er…dass dann auf dem Handout auch noch die eMail-Adresse der Podcasterin (komisch, anhand dieser kann man auch seeehr leicht die URL ihres Podcasts ableiten…) zu finden ist, setzt der Werbeveranstaltung noch das i-Tüpfelchen auf. Fehlen nur noch Hochglanzflyer und gratis iPods mit BR-Sendungen für alle?

Ohne Pause erwartete mich anschließend gleich der Workshop zur Frage, was denn nun Radiojournalismus sei. Die Antwort sollte uns ein Redaktionsleiter von Bayern2radio geben, der seinen Vortrag ganz ohne PowerPoint-Präsentation (dafür mit Nostalgieradio zum Durchgeben) begann und quasi eine Stunde lang Hörbeispiele der einzelnen Sender des Bayrischen Rundfunks vorführte, um anhand dieser zu zeigen, was Radiojournalismus nun eigentlich sei. Mit dabei jeweils ein ausführliches Profil jedes Senders, eine Antwort auf die Themafrage des „Workshops“ gab’s jedoch leider nicht, so dass ich am Ende nur noch von der Freundin neben mir abgehalten wurde, ihm auf seine Frage, ob es Nachfragen gebe, zu entgegnen, was eigentlich Radiojournalismus sei.

Soweit also mein Intermezzo beim Radiofest des BR, morgen folgt noch ein Tag. Was habe ich bisher mitgenommen?

  • Den Verdacht, dass der Bayrische Rundfunk eine Menge Geld kassiert (8€ pro Person – allein meine Jahrgangsstufe bringt also fast 1000€ mit) um seine Werbung an den Mann bzw. den Jugendlichen zu bringen. Immerhin ist das Durchschnittsalter aller fünf Sender aus dem Rundfunkhaus weit über 50, das Image bei den Jungen ist dafür nur umso schlechter (kein Wunder, nach diversen Streitereien um nichtvorhandene Jugendwelle und Abschaffung der fast einzigen seriösen Radiosendung für die Generation der 20jährigen)
  • Eine Jutetüte samt Inhalt. Die wurde mir auf dem Weg zum Workshop aufgezwungen:

Gut zu sehen ist das Logo der Deutschen Bahn auf der Jutetüte selbst (eine BR-Mitarbeiterin meinte auf Nachfrage, dass die Bahn als Sponsor selbstverständlich auch auf den Jutetüten verewigt wird), innen drin fand sich dann ein Programmheft für das Radiofest selbst, ein Heft „Blick Richtung Medien – Das BR-Angebot für Jugendliche“ (komisch hier werden nochmal alle Sender im Genaueren vorgestellt…), ein Heft „Programmvielfalt, Unabhängigkeit, Qualität – Informationen zu den Rundfunkgebühren“ (damit wir uns auch alle brav bei der GEZ anmelden), ein Flyer zu einem Schulradioprojekt, ein Notizblock mit BR-Logo, eine Packung Taschentücher (gesponsort), einen Werbeflyer des ADAC-Jugendclubs und noch ein Werbeflyer fürs Ferienticket der Bahn. Wenn das mal keine Ausbeute ist, morgen gibt’s sicher mehr.

Anti-McDonalds: Kreuzberg und die bayrisches Gemeinde

Es war einmal der Landkreis München; und in diesem Landkreis eine 12.500 Seelengemeinde, zwar nicht unter der Vorherrschaft der CSU, doch mit einer Mehrheit der Freien Wähler im Gemeinderat, die nach bald 16 Jahren Regentschaft und dem Bürgermeister auf dem Thron des Ortes nicht mehr zu 100% die Interessen ihrer Wähler vertreten.

Im Gegensatz hierzu: Berlin-Kreuzberg oder eher der Wrangelkiez. Ebenfalls knapp 12.500 Einwohner, der kulturelle Unterschied zu der kleinen Gemeinde im Münchner Speckgürtel dürfte allerdings klar sein.

Was haben die beiden Standorte also gemeinsam, außer der ähnlichen Einwohnerzahl?

Protest gegen McDonalds.


Spiegel Online brachte vorgestern einen Bericht über die Protestaktion gegen McDonalds in Kreuzberg, und so war ich doch recht überrascht, welche unterschiedlichen Begründungen gegen McDonalds in Kreuzberg und in der kleinen Gemeinde (in der ich übrigens lebe) vorgebracht werden. Für „McWiderstand“ in Kreuzberg geht es um die Abholzung des Amazonas durch McDonalds bzw. die Mitverantwortung an diesem Vorgang, die Arbeitsbedingungen der Angestellten in Filialen der FastFood-Kette und die schnelle Abspeisung durch die FastFood-Kultur an und für sich. Und irgendwo auch die Arbeitsplätze, die durch die Schaffung von 35 Plätzen bei McDonalds gleichzeitig bei möglicherweise schließenden Dönerbuden oder Cafés wegfallen werden. „McRisiko“ argumentiert auf Myspace mit Skorbut unter FastFood-Anhängern – die Bedenken kommen denen in Bayern schon deutlich näher, wo sich sorgende Mütter um Müll im schnieken Vorort und die schlechte Ernährung ihrer Kinder sorgen. Desweiteren scheint folgendes Leitspruch zu sein:

Wenn sich dieser ausbeuterische, profitgeile, krankheitsbringende und erdzerstörerische, kapitalistische multinationale Konzern schon weltweit wie die Pest ausbreitet, sollte zumindest in Kreuzberg Endstation sein.

Mit dabei: Platte JPGs gegen McDonalds, „nette“ Bildunterschriften und Bands wie Seeed und Einstürzende Neubauten in der Freundesliste.

Das Einzige, was man hingegen online gegen McDonalds im kleinen Örtchen findet, ist eine Stellungnahme der Grünen, die sich allerdings noch nicht einmal ausschließlich auf McDo bezieht, sondern auch auf die Tankstelle, die direkt daneben einziehen soll. So ist die Sorge hier:

Zu befürchten steht außerdem, dass die Kombination Tankstelle /MacDonalds, zu einer weiteren Zunahme des innerörtlichen Verkehrs in Kirchheim führen wird. Gesamt-Bilanz aus ökologischer Sicht: eine Katastrophe!

Müll, Verpestung der Umwelt und dicke Kinder – da klingen Regenwaldabholzung und schlechte Arbeitsbedingungen doch schon sehr viel mehr nach Revoluzzer – vielleicht sollten die Kreuzberger und die bayrischen Mamis sich zusammen tun, das wäre dann sicher die beste Aufstandskombo seit dem G8-Gipfel.

Ups, der ist ja auch erst 10 Tage her.

Von bedrohten und vermissten Wörtern

Das Wort des Jahres, das Unwort des Jahres – alle Jahre wieder hören wir sie, alle Jahre wieder kommen Erinnerungen an mehr oder weniger wichtige Ereignisse wieder auf in einem, und wer nachts um drei auf Wikipedia die Liste der ehemaligen Top-Wörter durchliest mag doch ins Schmunzeln ob der damaligen Wichtigkeit der Wörter oder der Dinge, die mit ihnen verbunden werden, kommen.

Heute hingegen wurde der Gewinner eines bis dato eher unbekannten Wettbewerbs bekanntgegeben, „Das bedrohte Wort“, das sich nun anscheinend in die Reihe der bedeutenden Wörter, die den Duden bedeuten, einreihen will. Da saßen also Schriftsteller, Germanisten und Journalisten über knapp 3000 Einsendungen und wollten das bedrohteste Wort (nur des Jahres 2007 oder aller Zeiten? Ich vermute ersteres) küren. Und welches macht natürlich das Rennen?

Kleinod.

Wenn nicht dieses, welches dann (Die Dame, die dieses Wort zum Wettbewerb eingesendet hat, darf sich jetzt übrigens über die „Käseigel“-Trophäe“ freuen)? Vielleicht „blümerant“, „Dreikäsehoch“ oder doch „Labsal“, die allesamt die Plätze hinter dem Kleinod belegten? „Bauchpinseln“, „Augenstern“, „fernmündlich“, „Lichtspielhaus“, „hold“ und „Schlüpfer“ bilden den Rest der Top 10, wenn das mal keine Auswahl ist. Dabei dürften „hold“ unter Mittelalterfans und „Schlüpfer“ unter Amateurerotikschmuddelgeschichtchenautoren noch durchaus beliebt sein. Dabei fanden sich unter den meisteingesendetsten (existiert dieses Adjektiv überhaupt?) Wörtern doch einige durchaus nette Kandidaten.

So bezeichnet der Spiegel die folgende Liste als das Ranking der am meisten vermissten Wörter. Eine gewagte Interpretation, aber wer weiß: Vermissen kann man viel, weshalb also nicht auch Wörter, wenn schon ohnehin die alten Zeiten.

Backfisch (35 Nennungen)
hanebüchen (28)
Sommerfrische (20)
blümerant (16)
Pfennigfuchser (15)
Heiermann, Schutzmann (14)
Bratkartoffelverhältnis, Lichtspielhaus, Steckenpferd (13)
Fisimatenten, Fräulein, Groschen, knorke (12)
Bandsalat, Hagestolz, Schabernack, Gemach (11)

Auch wenn einige Kandidaten dabei sind, die ich wohl noch nie in meinem kurzen Leben gehört habe – andere kann man doch gut und gerne in seinen eigenen Sprachgebrauch wieder einfließen lassen, wenn auch nicht gerade Backfisch (Verfressenes Volk, wir Deutschen) oder den Bandsalat, den bald nur noch Retro-Fans und Nostalgiker bei Video- und Kassettenrekordern erleben dürften.

Knast – Hilton – Knast

Es besteht also doch noch der Hauch einer Hoffnung für das amerikanische Rechtssystem. Wobei die Frage ist, wie viel mehr Angst die Zahl der Google-Einträge zur Entlassung von Paris Hilton machte als die des werten Lost-“Stars“ (sagt man da nicht B-Promi?) Michelle Rodriguez nach nur vier Stunden (116.000 vs. 882). Und das allein im deutschssprachigen Raum. Wobei man sagen muss, dass ich ja auf der englischsprachigen wordpress-Seite unter den Top Beiträgen keinen Treffer zum Suchbegriff „Hilton“ finden konnte, wogegen bei uns in der deutschsprachigen Sektion doch glatt vier an der Zahl zu finden sind (meine Wenigkeit hierbei auf Platz 79, gestern doch glatt 13 Views meines Blogs…ich bin so stolz.).

Interessiert es uns also einfach nur so viel mehr, lachen wir uns eher darüber kaputt? Und wie weit hat ghostdogs Gefängnis-Tagebuch (nun wieder fortgesetzt, halleluja!) die deutsche WordPress-Welt zu Paris Hiltons Gefängnisaufenthalt geführt?

Up to date bin ich ja nun nicht. Nach einem Nachmittag Arbeiten ohne Kontakt zur Netzwelt und einem Abend im Freien blieb mir die Möglichkeit verwehrt, rechtzeitig Neues im Fall Hilton zu erfahren, um darüber auch wirklich sinnvoll bloggen zu können. Die Neuigkeiten kennt inzwischen ohnehin fast jeder, so schnell, wie es hier offensichtlich zugeht. Nett zusammengefasst (und wirklich „In Wort und Bild“) wurde die Aktion vom WortundBild-Blog.

Um diesen Blogeintrag nun also in Sarah Kuttner-Manie zu beenden:

Was wird besser?

Ich erwarte mir für demnächst eine Chronik des Falls Hilton à la Stefan Niggemeier in der deutschen Bloggemeinde oder eine Sonderausgabe des „Spiegel“ über die neue Ikone Paris Hilton ( mit Vergleich zu Marilyn Monroe. Kann ich so natürlich leicht sagen, als Audrey Hepburn-Fan), Lindsay Lohans Wutausbrüche gegen Nick Lachey’s Verlobte, Jessica Simpsons Rolle in der Posse der jungen Drogenabhängigen Hollywoods und natürlich inklusive George Clooney’s Kommentar zur Lage der Nation.

Hilton – Knast – Hilton

45 Tage Haft, 1 1/2 Monate Verzicht auf das süße Leben in L.A. – welch Schreckensvisionen müssen Paris Hilton im Schlaf verfolgt haben, dass sie nun wieder auf freiem Fuß ist.

Wobei, auf freiem Fuß stimmt ja nicht ganz – Fußfesseln muss sie tragen. So entkommt man also einer neun Quadratmeter großen Zelle und kann seine Strafe wenigstens im trauten Heim bei Tinkerbell, Fernseher und Blackberry (wenn nicht gerade gehackt) verbringen.

Paris Hilton bei den MTV Movie Awards, 3. Juni, Los Angeles (AP Photo/Kevork Djansezian)

„Emotional am Boden und traumatisiert“ sei seine Patientin, so Hiltons Psychiater bereits vor 3 Wochen. Nicht auszudenken also, welch Höllenqualen die arme Frau mitmachen musste, als sie noch bei den MTV Awards am 3.Juni gestrahlt hat; ganz nach dem Motto „The Show must go on“

Zu laut, zu hell, wohl auch zu ungemütlich war es ihr im Lynwooder Frauengefängnis, so dass sie nun aus medizinischen Gründen (eine Wertung dieser sei jedem selbst überlassen) überstellt wurde. Ja, sie würde nicht „entlassen“, sondern „überstellt“, nach Hause, wo sie nun die restlichen 40 Tage Strafe absitzen muss.

Ich kann mir nur nicht so ganz vorstellen, dass der Staat Kalifornien bei dieser Regelung an reiche Hotelerbinnen mit entsprechendem Zuhause gerechnet hat, aber vor dem Gesetz sind wir ja selbstverständlich alle gleich. Ob diese Gleichheit auch auf jeden anderen in ihrer Situation angewendet worden wäre, ist freilich die andere Frage.

Immerhin hat sie 11% ihrer Haftzeit auch so verbracht, wie man sich eine Haft vorstellt, also Willkommen zurück in Fast-Freiheit!

Schade hierbei nur, dass ich Ghostdogs Gefängis-Tagebuch mit äußerstem Interesse verfolgt habe – immerhin, 4 Folgen gab es ja :(

(Bild: AP Photo/Kevork Djansezian)

Session #5 – Illegal in der Uni oder: Pausenhof’s Next Topmodel

Illegal,  was hat sie nur getan, dass sie sich Illegal in einer Universität aufhalten konnte?!

Nun gut, über dem Eingang der LMU in München steht ja nicht (ganz im Gegensatz zu den Bahnhöfen des MVV/Münchner Nahverkehrs, für alle Unkundigen), dass man sich in den Gemäuern nur im Besitz eines gültigen Studentenausweises aufhalten darf. Aber den Ausweis habe ich trotzdem nicht, und Semestergebühren habe ich auch nicht gezahlt.

Wäre also das illegal pseudo-geklärt (ja, ich will dramatisieren, vielleicht kommen dann ja mal Besucher auf den Blog!), wieso ich in der LMU war, erklärt sich nun:

Der Michi war so freundlich, mich in seinen Translation-Kurs mitzunehmen, in dem ich das Vergnügen hatte, mir 1 1/2 Stunden Translation-Unterricht von einem Schotten anzuhören, der nicht nur eigentlich sondern auch wirklich Ähnlichkeit mit Harry Potter himself hat.  War ganz interessant, und ich hätte nicht einmal gedacht, dass ich doch so viel verstehen würde.

Nur…Weisheit des Tages:  Ich bin doch irgendwie froh, noch Schülerin zu sein.

Warum?

Weil mir das Studentenleben (logischerweise) doch um einiges stressiger erscheint als das meine. Weil in Schwabing alle Studentinnen am frühen Abend gleich aussehen, alle in T-Shirt und Jeans, alle mit unförmigen Rucksäcken oder Umhängetaschen auf dem Rücken – auf dem Laufsteg der Schülerinnen (= Pausenhof) werden wenigstens noch Geschütze aufgefahren, da will man die Beste und die Schönste sein, da wird gelaufen, als ginge es darum, Germany’s Next Topmodel zu gewinnen und von Bruce Darnell das höchste Lob zu empfangen. H&M trägt zwar jeder, zwar hat jeder fast den gleichen Haarschnitt auf dem Kopf und die armen Handtaschen, in die die nötigsten Utensilien gequetscht wurden, kennt man sowieso alle, aber gut. Ich rede hier übrigens bewusst von Utensilien, denn Hefte und Bücher zählen da seltenst dazu, nur frage ich mich, woher die Mädels im Unterricht dann doch immer ihr Zeug aufs Pult zaubern.

Vielleicht greifen sie alle noch auf Jute-Einkaufstüten zurück. Oder auch nicht, wer weiß, ich bleib bei meinem Dakine Wonder (den übrigens auch jeder hat, der nicht mit Handtasche herumläuft, der aber nicht ganz so unförmig wie manch anderer Rucksack aussieht :P )  und reiss’ hier die Klappe weit auf.

Mucke des Monats – Mai ‘07

 Rechtzeitig zum Start in den Juni, kurz die „Mucke des Monats“ vom Mai 2007 gekürt :D

Daft Punk – Superheroes

Dunkelbunts 2006on45 Mix

Arctic Monkeys – Scummy (Drum ‘n’ Bass Mix)

Rachel Portman – Minor Swing

Bitter:Sweet – Dirty Laundry

Fanta 4 – Tag am Meer

Cake – I Will Survive

Danke für die Aufmerksamkeit und einen schönen (meteorologischen) Sommeranfang

Session #4 – Wieso heißt imprägnieren…

…eigentlich imprägnieren?

Heute befassen wir also in der Rubrik „Fakten, die das Leben nicht braucht“ mit eben dieser Frage. Dazu müssen allerdings folgende Aspekte im Vorraus geklärt werde

a) Wie kommt es dazu, dass uns diese äußerst wichtige Frage beschäftigt?

b) Wie weit helfen dem Etymologen hierbei seine Latein- bzw. Altgriechischkenntnisse?

c) Wieso will die Verkäuferin bei Deichmann einem immer, aber wirklich immer ein Imprägnier- oder Lederpflegespray andrehen?

Beginnen wir also bei Punkt a). Der genaue Hergang muss hier nicht erörtert werden, doch viel mehr folgender Tatbestand:

Es existiert im Deutschen das Wort „Imprägnierung“ bzw. das Verb „imprägnieren“. Ebenso allerdings auch das lateinische Wort „impraegnare“, welches so viel wie „schwängern“ heißt. Dazu gibt es auch im Deutschen noch die „Imprägnation“, die sowohl den Akt des Imprägnierens als auch die Befruchtung bezeichnet. Recht viel wirres Zeug auf einem Haufen, aber gut, was tut man nicht alles für die Freunde der Etymologie. Kernfrage also: Passt das zusammen? Ich komme zu dem Schluss: Nein!

Also zu Punkt b). Wie schon bemerkt, hilft uns unser Latein hier nicht wirklich weiter, ganz im Gegenteil, es stiftet noch viel mehr Verwirrung (gesetzt dem Fall, dass die Verkäuferin bei Deichmann uns kein Spray zur Selbstbefruchtung verkaufen möchte, aber dazu später). Also kurzerhand auf Griechisch zurückgegriffen (Altgriechischkenntnisse besitze ich zwar nicht, aber wozu gibt es Neugriechisch und Google). Im Altgriechischen gibt es nur den Begriff „ἀρόω„, der soviel wie „ackern; gut machen, urbar machen; säen; befruchten, schwängern; pass., gezeugt werden“ bedeutet – hier also Fehlanzeige, entweder wir versuchen es mit Baskisch oder wir bleiben bei Latein.

Was Befruchtung ist, dürfte allen anwesenden Blog-Lesern hoffentlich klar sein. Imprägnierung hier also noch kurz und knapp von Wikipedia zusammengefasst:

Imprägnierung ist ein Schutz von Gewebestoffen, z. B. Zelten oder Bekleidung, vor Durchfeuchtung.

Imprägnieren ist also einerseits das Schützen von Geweben, dass nichts durchkommt (siehe Beispiel Schuhe -> Deichmann!). Andererseits aber eben auch der Moment, in dem die Samenzelle eben doch durchkommt, nämlich durch die Wand einer Eizelle. Verwirrend, irgendwie. Irgendjemand hat hier versagt, und zwar ganz gewaltig. Vielleicht sollte sich mal das Fernsehen mit dem Thema befassen, ja, gar Harald Schmidt oder Sarah Kuttner in einer Wiederbelebung von „Le Show“, aber ich fühle mich gerade wie Proust und gebe mich angesichts dieses Bergs an möglichen Gedanken und Wirrungen geschlagen.

Aber zu c), der Punkt, der mir ganz besonders am Herzen liegt: Deichmann weiß, dass der Imprägnierschutz von diesen Schuhen nicht länger als einen Regenschauer anhält, höhö :P

Chartgedudel

Auf dem Nachhauseweg eines schönen Frühlingsabends tönte die „Hitparade der Woche“, wie meine Mutter zu sagen pflegt, wenn die Charts im Radio runtergedudelt werden, in unserer Rostkiste von Auto. Schön und gut, in den Charts kenne ich mich schon einige Jährchen nicht mehr aus, und so war ich gelinde gesagt doch etwas überrascht, was da eigentlich gespielt wurde – alte Kamellen?

Kurzerhand gehe ich jetzt also auf mtv.de und mache mich auf die Suche nach der genauen Auflistung der angeblich besten Lieder, die der deutsche Musikmarkt momentan zu bieten hat. (Nebenbei noch schnell für das neue Ohrbooten-Video bei TRL gevotet, auch wenn ich’s nicht anschaue…nach dem netten Myspace-Bulletin kann ich doch nicht widerstehen)

  1. DJ Ötzi & Nik P – Ein Stern
  2. Nelly Furtado – Say It Right
  3. Beyonce & Shakira – Beautiful Liar
  4. Linkin Park – What I’ve Done
  5. Timbaland feat. Nelly Furtado – Give It To Me
  6. Ville Valo & Natalia Avelon – Summer Wine
  7. Mika – Grace Kelly
  8. Avril Lavigne – Girlfriend
  9. Pink – Dear Mr. President
  10. Justin Timberlake – What Goes Around Comes Around
  11. Kaiser Chiefs – Ruby
  12. Basshunter – Boten Anna
  13. Gwen Stefani – The Sweet Escape
  14. Michael Mind feat. Mannfred Mann – Blinded By The Light (kurz bei Youtube reingehört…böse in Richtung „For You“ von den Disco Boys, aber dabei auch noch wirklich lahm, also ne…“For You“ findet sich übrigens auf Platz 27, da fragt man sich doch, wer oder was da seine Finger im Spiel hatte :o )
  15. Nena, Olli & Remmler – Ich Kann Nix Dafür

Auf DJ Ötzi auf Platz 1 muss ich hoffentlich nicht eingehen. Dass Nelly Furtado in allen Formen in den Charts vertreten ist, nun gut, sind ja nette Sachen dabei. Aber was da sonst so rumschwirrt ist größtenteils ja mehrere Monate alt?

Interessant ist übrigens auch, festzustellen, dass weder irgendein Superstar noch irgendein nerviger, hochgepushter Sommerhit dabei sind. Bisher zumindest. Und in den Massen von Emo-Kindern gibt es anscheinend auch nicht genug, die sich auf legale Art und Weise ihren Stoff besorgen.

Auf den MTVschen Kulturschock (allein die Seite reicht mir momentan schon) gibt’s erst einmal den wunderbaren Chocolat-Soundtrack in meinem iTunes :)

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