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Wieso müssen alle „Comedians“ eigentlich immer Angela Merkel imitieren?

Nach langer Zeit blogge ich mal wieder, denn: Es gab endlich Blog-Input, in Form von „Ottis Schlachthof“ am Freitagabend.

Dort trat unter Anderem ein gewisser Florian Schröder mit einem Auszug aus seinem aktuellen Kabarett-Programm auf. Als das Thema auf Angela Merkel (von ihm offenbar bei jedem Auftritt „Perle der Uckermark“ genannt) kam, kam es zugleich, wie es kommen musste: Er parodierte sie. Er imitierte sie. Und das auf die typische Weise: Ein bisschen Ossi-Sprech, ein bisschen doof gucken, vielleicht sogar ein bisschen Perücke. An alle Comedians Deutschlands: Das ist ausgelutscht.

Ich erinnere hierbei an Michael Mittermeier, der schon auf Merkel losgegangen ist, als diese weit vom Kanzleramt entfernt war. Da war das ja noch ansatzweise lustig, aber inzwischen ist der Dienstagabend auf Pro7 nur noch von „Angie Merkel“ überflutet. Zuerst die neuste Ausgabe von switch reloaded in der Martina Hill zu sehen,ist wie sie sich breitbeinig hinstellt, ungalant in die Runde winkt und einen Mutanten aus Angela Merkel und Mario Barth zum Besten gibt, danach folgt im Quatsch Comedy Club auch noch mindestens ein „Comedian“, der einen auf „Perle der Uckermark“ macht – Herr Gott, muss das sein? Und nun Florian Schröder gestern Abend beim sonst eher niveauvollen Schlachthof-Kabarett nach den Glanzdarbietungen von Monika Gruber und Josef Hader.

Apropos switch reloaded: Gibt es da nicht auch noch die Reinhold-Beckmann-Parodie? Hat (Florian) Schröder natürlich auch gebracht, dieses Mal allerdings mit keinem geringerem als Frank-Walter Steinmeier (bitte in breitestem Ossi-American-English-Versuch aussprechen!). Wobei der genauso als (Gerhard) Schröder durchgegangen wäre. Der Ketchup Song in der Kanzlerversion war ja mal ganz nett, aber hat sich Comedy seitdem nicht weiterentwickelt?

Besteht Comedy (fälschlicherweise auch gern als Kabarett bezeichnet) nur aus Politikerparodien und angeblichen, zugleich öden, Alltagsstories? Letzteres brachte nämlich Anka Zink auf der Schlachthofbühne, ein fiktives Gespräch im Supermarkt („Neben der Kräuterbutter“) mit einem Öko-Yuppie, der auf Omega-3-Fettsäuren achtet und ein Hybridfahrzeug fährt. Wobei: Was gibt es eigentlich an einem Hybridfahrzeug, über das man sich lustig machen kann? Zink wusste in der Geschichte angeblich nicht, was ein Hybridauto denn sei, ihre eigene Antwort: Das Auto kann teilweise von selbst fahren.

Ahahaha, nun gut, dass ein Hybridfahrzeug einen Elektromotor verwendet um anzufahren, und dieser auch noch mit der Energie, die beim Bremsen oder Bergabfahren frei wird, betrieben wird, das ist natürlich zum schieflachen. Der Nutzen für die Umwelt offenbar ebenso.

Lynwood

Der Großraum Los Angeles hat knapp 17 Millionen Einwohner. Das Los Angeles County allein hat ca. 10 Millionen.

72,984 davon leben in 14,770 Haushalten in Lynwood. Ein beschauliches Städtchen, wäre da nicht das örtliche Frauengefängnis. Doch Moment – irgendwo in diesem Blog tauchte der Name „Lynwood“ doch schon auf, mag sich der treue Leser denken. Richtig, denn hier residierte schon (oder eben residierte nicht) Paris Hilton! Vor drei Tagen hat es nun auch ihre (Ex-? Wer weiß das im Moment schon)Busenfreundin Nicole Richie erwischt, die schwanger ihre Haftstrafe wegen Fahren unter Drogeneinfluss absitzen wollte. Vielleicht bekam sie auch nur einen Stehplatz, denn aufgrund der anhaltenden Überbelegung im „Lynwood Carlton-Resort“ (4 Sterne und gratis Frühstück in der Honeymoon Suite) durfte Miss Richie lediglich 82 Minuten statt angedachten 4 Tagen dort verbringen.

Kurz ein Vergleich: Wie in oben verlinktem Artikel schon erwähnt, betrug der Anteil von Paris Hiltons effektiver Haftzeit (vor der nächsten Vorladung, nach der sie weitere 18 Tage im Lynwood verbringen durfte) an der verordneten ganze 11%. Nicole Richie unterbietet diese Quote nun jedoch rekordverdächtig mit ganzen 1,4%!

Der Staat Kalifornien sollte sich also etwas einfallen lassen – entweder mehr Frauengefängnisse für die Lynwood-Sisters, oder eine Idee, wie man den Hollywood-Sternchen Einhalt in Sachen „Fahren unter Alkohol-/Drogeneinfluss“ gebieten kann, denn es stellt sich schon die Nächste für den Lynwood-Club an: Lindsay Lohan. Wie es in einem Artikel von sternOnline heißt, hat diese nämlich eine Verfolgungsjagd hinter sich und ist wohl mehrmals unter Kokaineinfluss hinterm Steuer gesessen, der ORF berichtet noch von zweimaligem Fahren in eher betrunkenem Zustand. Wer jedoch beim „stern“ weiterliest, merkt, dass Lohan sogar schon verurteilt wurde, der Deal: 1 Tag Knast, 10 Tage gemeinnützige Arbeit, dazu muss sie noch ein 18monatiges Entzugsprogramm absolvieren und ist für drei Jahre auf Bewährung.

In Lynwood-Quoten ausgedrückt wären das:

Paris-Quote: 2 1/2 Stunden Knast, 1 Tag gemeinnützige Arbeit, 2 Monate Entzug und 4 Monate Bewährung

Nicole-Quote: 3 1/2 Minuten Knast, 2 Stunden gemeinnützige Arbeit, 7 Tage Entzug und ein halber Monat Bewährung

Nun liebe Lindsay, jetzt musst du dich entscheiden.

Ich auf jeden Fall werde absofort in der Kategorie „Lynwood“ über kleine und große Holly-/Lynwood-Sternchen und deren Fauxpas (so denn zum etwaigen Schmunzeln anregend) berichten :)

Von bedrohten und vermissten Wörtern

Das Wort des Jahres, das Unwort des Jahres – alle Jahre wieder hören wir sie, alle Jahre wieder kommen Erinnerungen an mehr oder weniger wichtige Ereignisse wieder auf in einem, und wer nachts um drei auf Wikipedia die Liste der ehemaligen Top-Wörter durchliest mag doch ins Schmunzeln ob der damaligen Wichtigkeit der Wörter oder der Dinge, die mit ihnen verbunden werden, kommen.

Heute hingegen wurde der Gewinner eines bis dato eher unbekannten Wettbewerbs bekanntgegeben, „Das bedrohte Wort“, das sich nun anscheinend in die Reihe der bedeutenden Wörter, die den Duden bedeuten, einreihen will. Da saßen also Schriftsteller, Germanisten und Journalisten über knapp 3000 Einsendungen und wollten das bedrohteste Wort (nur des Jahres 2007 oder aller Zeiten? Ich vermute ersteres) küren. Und welches macht natürlich das Rennen?

Kleinod.

Wenn nicht dieses, welches dann (Die Dame, die dieses Wort zum Wettbewerb eingesendet hat, darf sich jetzt übrigens über die „Käseigel“-Trophäe“ freuen)? Vielleicht „blümerant“, „Dreikäsehoch“ oder doch „Labsal“, die allesamt die Plätze hinter dem Kleinod belegten? „Bauchpinseln“, „Augenstern“, „fernmündlich“, „Lichtspielhaus“, „hold“ und „Schlüpfer“ bilden den Rest der Top 10, wenn das mal keine Auswahl ist. Dabei dürften „hold“ unter Mittelalterfans und „Schlüpfer“ unter Amateurerotikschmuddelgeschichtchenautoren noch durchaus beliebt sein. Dabei fanden sich unter den meisteingesendetsten (existiert dieses Adjektiv überhaupt?) Wörtern doch einige durchaus nette Kandidaten.

So bezeichnet der Spiegel die folgende Liste als das Ranking der am meisten vermissten Wörter. Eine gewagte Interpretation, aber wer weiß: Vermissen kann man viel, weshalb also nicht auch Wörter, wenn schon ohnehin die alten Zeiten.

Backfisch (35 Nennungen)
hanebüchen (28)
Sommerfrische (20)
blümerant (16)
Pfennigfuchser (15)
Heiermann, Schutzmann (14)
Bratkartoffelverhältnis, Lichtspielhaus, Steckenpferd (13)
Fisimatenten, Fräulein, Groschen, knorke (12)
Bandsalat, Hagestolz, Schabernack, Gemach (11)

Auch wenn einige Kandidaten dabei sind, die ich wohl noch nie in meinem kurzen Leben gehört habe – andere kann man doch gut und gerne in seinen eigenen Sprachgebrauch wieder einfließen lassen, wenn auch nicht gerade Backfisch (Verfressenes Volk, wir Deutschen) oder den Bandsalat, den bald nur noch Retro-Fans und Nostalgiker bei Video- und Kassettenrekordern erleben dürften.

Knast – Hilton – Knast

Es besteht also doch noch der Hauch einer Hoffnung für das amerikanische Rechtssystem. Wobei die Frage ist, wie viel mehr Angst die Zahl der Google-Einträge zur Entlassung von Paris Hilton machte als die des werten Lost-“Stars“ (sagt man da nicht B-Promi?) Michelle Rodriguez nach nur vier Stunden (116.000 vs. 882). Und das allein im deutschssprachigen Raum. Wobei man sagen muss, dass ich ja auf der englischsprachigen wordpress-Seite unter den Top Beiträgen keinen Treffer zum Suchbegriff „Hilton“ finden konnte, wogegen bei uns in der deutschsprachigen Sektion doch glatt vier an der Zahl zu finden sind (meine Wenigkeit hierbei auf Platz 79, gestern doch glatt 13 Views meines Blogs…ich bin so stolz.).

Interessiert es uns also einfach nur so viel mehr, lachen wir uns eher darüber kaputt? Und wie weit hat ghostdogs Gefängnis-Tagebuch (nun wieder fortgesetzt, halleluja!) die deutsche WordPress-Welt zu Paris Hiltons Gefängnisaufenthalt geführt?

Up to date bin ich ja nun nicht. Nach einem Nachmittag Arbeiten ohne Kontakt zur Netzwelt und einem Abend im Freien blieb mir die Möglichkeit verwehrt, rechtzeitig Neues im Fall Hilton zu erfahren, um darüber auch wirklich sinnvoll bloggen zu können. Die Neuigkeiten kennt inzwischen ohnehin fast jeder, so schnell, wie es hier offensichtlich zugeht. Nett zusammengefasst (und wirklich „In Wort und Bild“) wurde die Aktion vom WortundBild-Blog.

Um diesen Blogeintrag nun also in Sarah Kuttner-Manie zu beenden:

Was wird besser?

Ich erwarte mir für demnächst eine Chronik des Falls Hilton à la Stefan Niggemeier in der deutschen Bloggemeinde oder eine Sonderausgabe des „Spiegel“ über die neue Ikone Paris Hilton ( mit Vergleich zu Marilyn Monroe. Kann ich so natürlich leicht sagen, als Audrey Hepburn-Fan), Lindsay Lohans Wutausbrüche gegen Nick Lachey’s Verlobte, Jessica Simpsons Rolle in der Posse der jungen Drogenabhängigen Hollywoods und natürlich inklusive George Clooney’s Kommentar zur Lage der Nation.

Hilton – Knast – Hilton

45 Tage Haft, 1 1/2 Monate Verzicht auf das süße Leben in L.A. – welch Schreckensvisionen müssen Paris Hilton im Schlaf verfolgt haben, dass sie nun wieder auf freiem Fuß ist.

Wobei, auf freiem Fuß stimmt ja nicht ganz – Fußfesseln muss sie tragen. So entkommt man also einer neun Quadratmeter großen Zelle und kann seine Strafe wenigstens im trauten Heim bei Tinkerbell, Fernseher und Blackberry (wenn nicht gerade gehackt) verbringen.

Paris Hilton bei den MTV Movie Awards, 3. Juni, Los Angeles (AP Photo/Kevork Djansezian)

„Emotional am Boden und traumatisiert“ sei seine Patientin, so Hiltons Psychiater bereits vor 3 Wochen. Nicht auszudenken also, welch Höllenqualen die arme Frau mitmachen musste, als sie noch bei den MTV Awards am 3.Juni gestrahlt hat; ganz nach dem Motto „The Show must go on“

Zu laut, zu hell, wohl auch zu ungemütlich war es ihr im Lynwooder Frauengefängnis, so dass sie nun aus medizinischen Gründen (eine Wertung dieser sei jedem selbst überlassen) überstellt wurde. Ja, sie würde nicht „entlassen“, sondern „überstellt“, nach Hause, wo sie nun die restlichen 40 Tage Strafe absitzen muss.

Ich kann mir nur nicht so ganz vorstellen, dass der Staat Kalifornien bei dieser Regelung an reiche Hotelerbinnen mit entsprechendem Zuhause gerechnet hat, aber vor dem Gesetz sind wir ja selbstverständlich alle gleich. Ob diese Gleichheit auch auf jeden anderen in ihrer Situation angewendet worden wäre, ist freilich die andere Frage.

Immerhin hat sie 11% ihrer Haftzeit auch so verbracht, wie man sich eine Haft vorstellt, also Willkommen zurück in Fast-Freiheit!

Schade hierbei nur, dass ich Ghostdogs Gefängis-Tagebuch mit äußerstem Interesse verfolgt habe – immerhin, 4 Folgen gab es ja :(

(Bild: AP Photo/Kevork Djansezian)