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Wormwood Scrubs – das neue Lynwood?

Lynwood kennen wir ja bereits. Die Paris Hilton-Nicole Ritchie-Lindsay Lohan-Gefängnisstadt. Aber auch die Geburtsstadt von Kevin Costner, Weird Al Yankovich und Venus Williams!

Kann da Wormwood Scrubs in London mithalten? Selbstverständlich. Wenn man sich die Söhne und Töchter der Stadt London als solche betrachtet, sowieso. Dazu gibt’s bei Wikipedia nämlich gleich eine ganze Liste, nicht nur eine poplige Aufzählung, angehängt an einen vierzeiligen Artikel. Warum nun also der Vergleich zwischen Lynwood und London bzw. Wormwood Scrubs? Ganz einfach: Pete Doherty. Der erste Mann, den ich hier mal zu den Frauen stecke in Sachen „Wie haue ich am schnellsten wieder aus einem Gefängnis ab?“. Da hatte ich von den Engländern schon mehr erwartet als vom Staat Kalifornien. Denn laut SpiegelOnline verbüßte Doherty nur 4 von 14 Wochen Haftstrafe. Macht in Quoten (siehe hier: http://sevigny.wordpress.com/2007/08/27/lynwood/ ) ausgedrückt die Pete-Quote!

Pete-Quote: 28,57%, womit er immerhin Paris Hilton (11%) und Nicole Ritchie (1,4%) um Längen schlagen konnte und es wirklich am längsten von allen Lynwood-Kategoriemenschen auf diesem Blog im Gefängnis ausgehalten hat. Woran lag es? Den englischen Staatskassen? Der Sorge des englischen Staatest, ihn möglichst lange vom Drogendealer fernzuhalten, um der britischen Presse noch etwas Konjunktur in der anrollenden Rezession zu beschaffen?

Man weiß es nicht. Pete auf jeden Fall war angeblich clean, hatte Probleme mit seinen Mitinsassen und den Wächtern, und freut sich jetzt auf seine Miezekatzen. Man vergleiche hierzu Paris Hilton und Tinkerbell.

Lynwood

Der Großraum Los Angeles hat knapp 17 Millionen Einwohner. Das Los Angeles County allein hat ca. 10 Millionen.

72,984 davon leben in 14,770 Haushalten in Lynwood. Ein beschauliches Städtchen, wäre da nicht das örtliche Frauengefängnis. Doch Moment – irgendwo in diesem Blog tauchte der Name „Lynwood“ doch schon auf, mag sich der treue Leser denken. Richtig, denn hier residierte schon (oder eben residierte nicht) Paris Hilton! Vor drei Tagen hat es nun auch ihre (Ex-? Wer weiß das im Moment schon)Busenfreundin Nicole Richie erwischt, die schwanger ihre Haftstrafe wegen Fahren unter Drogeneinfluss absitzen wollte. Vielleicht bekam sie auch nur einen Stehplatz, denn aufgrund der anhaltenden Überbelegung im „Lynwood Carlton-Resort“ (4 Sterne und gratis Frühstück in der Honeymoon Suite) durfte Miss Richie lediglich 82 Minuten statt angedachten 4 Tagen dort verbringen.

Kurz ein Vergleich: Wie in oben verlinktem Artikel schon erwähnt, betrug der Anteil von Paris Hiltons effektiver Haftzeit (vor der nächsten Vorladung, nach der sie weitere 18 Tage im Lynwood verbringen durfte) an der verordneten ganze 11%. Nicole Richie unterbietet diese Quote nun jedoch rekordverdächtig mit ganzen 1,4%!

Der Staat Kalifornien sollte sich also etwas einfallen lassen – entweder mehr Frauengefängnisse für die Lynwood-Sisters, oder eine Idee, wie man den Hollywood-Sternchen Einhalt in Sachen „Fahren unter Alkohol-/Drogeneinfluss“ gebieten kann, denn es stellt sich schon die Nächste für den Lynwood-Club an: Lindsay Lohan. Wie es in einem Artikel von sternOnline heißt, hat diese nämlich eine Verfolgungsjagd hinter sich und ist wohl mehrmals unter Kokaineinfluss hinterm Steuer gesessen, der ORF berichtet noch von zweimaligem Fahren in eher betrunkenem Zustand. Wer jedoch beim „stern“ weiterliest, merkt, dass Lohan sogar schon verurteilt wurde, der Deal: 1 Tag Knast, 10 Tage gemeinnützige Arbeit, dazu muss sie noch ein 18monatiges Entzugsprogramm absolvieren und ist für drei Jahre auf Bewährung.

In Lynwood-Quoten ausgedrückt wären das:

Paris-Quote: 2 1/2 Stunden Knast, 1 Tag gemeinnützige Arbeit, 2 Monate Entzug und 4 Monate Bewährung

Nicole-Quote: 3 1/2 Minuten Knast, 2 Stunden gemeinnützige Arbeit, 7 Tage Entzug und ein halber Monat Bewährung

Nun liebe Lindsay, jetzt musst du dich entscheiden.

Ich auf jeden Fall werde absofort in der Kategorie „Lynwood“ über kleine und große Holly-/Lynwood-Sternchen und deren Fauxpas (so denn zum etwaigen Schmunzeln anregend) berichten :)

Knast – Hilton – Knast

Es besteht also doch noch der Hauch einer Hoffnung für das amerikanische Rechtssystem. Wobei die Frage ist, wie viel mehr Angst die Zahl der Google-Einträge zur Entlassung von Paris Hilton machte als die des werten Lost-“Stars“ (sagt man da nicht B-Promi?) Michelle Rodriguez nach nur vier Stunden (116.000 vs. 882). Und das allein im deutschssprachigen Raum. Wobei man sagen muss, dass ich ja auf der englischsprachigen wordpress-Seite unter den Top Beiträgen keinen Treffer zum Suchbegriff „Hilton“ finden konnte, wogegen bei uns in der deutschsprachigen Sektion doch glatt vier an der Zahl zu finden sind (meine Wenigkeit hierbei auf Platz 79, gestern doch glatt 13 Views meines Blogs…ich bin so stolz.).

Interessiert es uns also einfach nur so viel mehr, lachen wir uns eher darüber kaputt? Und wie weit hat ghostdogs Gefängnis-Tagebuch (nun wieder fortgesetzt, halleluja!) die deutsche WordPress-Welt zu Paris Hiltons Gefängnisaufenthalt geführt?

Up to date bin ich ja nun nicht. Nach einem Nachmittag Arbeiten ohne Kontakt zur Netzwelt und einem Abend im Freien blieb mir die Möglichkeit verwehrt, rechtzeitig Neues im Fall Hilton zu erfahren, um darüber auch wirklich sinnvoll bloggen zu können. Die Neuigkeiten kennt inzwischen ohnehin fast jeder, so schnell, wie es hier offensichtlich zugeht. Nett zusammengefasst (und wirklich „In Wort und Bild“) wurde die Aktion vom WortundBild-Blog.

Um diesen Blogeintrag nun also in Sarah Kuttner-Manie zu beenden:

Was wird besser?

Ich erwarte mir für demnächst eine Chronik des Falls Hilton à la Stefan Niggemeier in der deutschen Bloggemeinde oder eine Sonderausgabe des „Spiegel“ über die neue Ikone Paris Hilton ( mit Vergleich zu Marilyn Monroe. Kann ich so natürlich leicht sagen, als Audrey Hepburn-Fan), Lindsay Lohans Wutausbrüche gegen Nick Lachey’s Verlobte, Jessica Simpsons Rolle in der Posse der jungen Drogenabhängigen Hollywoods und natürlich inklusive George Clooney’s Kommentar zur Lage der Nation.

Hilton – Knast – Hilton

45 Tage Haft, 1 1/2 Monate Verzicht auf das süße Leben in L.A. – welch Schreckensvisionen müssen Paris Hilton im Schlaf verfolgt haben, dass sie nun wieder auf freiem Fuß ist.

Wobei, auf freiem Fuß stimmt ja nicht ganz – Fußfesseln muss sie tragen. So entkommt man also einer neun Quadratmeter großen Zelle und kann seine Strafe wenigstens im trauten Heim bei Tinkerbell, Fernseher und Blackberry (wenn nicht gerade gehackt) verbringen.

Paris Hilton bei den MTV Movie Awards, 3. Juni, Los Angeles (AP Photo/Kevork Djansezian)

„Emotional am Boden und traumatisiert“ sei seine Patientin, so Hiltons Psychiater bereits vor 3 Wochen. Nicht auszudenken also, welch Höllenqualen die arme Frau mitmachen musste, als sie noch bei den MTV Awards am 3.Juni gestrahlt hat; ganz nach dem Motto „The Show must go on“

Zu laut, zu hell, wohl auch zu ungemütlich war es ihr im Lynwooder Frauengefängnis, so dass sie nun aus medizinischen Gründen (eine Wertung dieser sei jedem selbst überlassen) überstellt wurde. Ja, sie würde nicht „entlassen“, sondern „überstellt“, nach Hause, wo sie nun die restlichen 40 Tage Strafe absitzen muss.

Ich kann mir nur nicht so ganz vorstellen, dass der Staat Kalifornien bei dieser Regelung an reiche Hotelerbinnen mit entsprechendem Zuhause gerechnet hat, aber vor dem Gesetz sind wir ja selbstverständlich alle gleich. Ob diese Gleichheit auch auf jeden anderen in ihrer Situation angewendet worden wäre, ist freilich die andere Frage.

Immerhin hat sie 11% ihrer Haftzeit auch so verbracht, wie man sich eine Haft vorstellt, also Willkommen zurück in Fast-Freiheit!

Schade hierbei nur, dass ich Ghostdogs Gefängis-Tagebuch mit äußerstem Interesse verfolgt habe – immerhin, 4 Folgen gab es ja :(

(Bild: AP Photo/Kevork Djansezian)