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Session #(20)09 – Oh crap…

Ich wollte ja eigentlich den Blog reloaden. Neuer Hoster (vorerst ein freier), neues Layout, alles toll, neu, glänzend, hach.

Die Gründe hierfür liegen klar bei der eingeschränkten WordPress-Version auf wordpress.com, hier kann man nur aus einem kleinen Pool von Layouts wählen, wie man neue Plugins installiert habe ich immer noch nicht verstanden. Wenigstens gibt es hier WP Stats, dieses Plugin wollte ich nämlich auf meinem fix und fertigen neuen Blog installieren, es wollte meinen API Key und: Nichts ging. Weder Akismet (Spam-Filter) noch Stats konnten eine Verbindung zum wordpress.com-Server herstellen, um zu prüfen, ob mein persönlicher API Key auch stimmt. Grund hierfür: Mein Freehost lässt keine Verbindungen zu anderen Servern zu, haha!

Somit hätte ich also auch da eine eingeschränkte WordPress-Version, sodass ich vorerst noch hier bleibe. Demnächst werde ich wohl tatsächlich für Webspace bezahlen, den werde ich mir dann mit einer Seite meiner Eltern teilen. Bis dahin: Seid gespannt, bald gibt’s sevigny v2.0 (vielleicht dann auch mit einem anständigen Namen…)

Anti McDonalds: Ein Fazit

Nach meinem Eintrag vom 17.Juni dachte ich, ist es nun Zeit für ein kurzes Fazit der ganzen AntiMcDonalds-Kampagnen etc.

Zuerst nach Kreuzberg: Dort ist der McDonalds inzwischen fertiggestellt. Dort wird sich weiterhin aufgeregt, McWiderstand, McRisiko und Co. agieren weiter und jeden Dienstag finden „Anti-Mc-Donalds-Picknicke“ statt. Inzwischen werden sogar Vergleiche zu „Sexshops vor Schulen“ gezogen, da die erste McDo-Filiale in Kreuzberg nun tatsächlich in der Nähe von einer Berufsschule liegt und die Schüler als Zielgruppe nutzt.

Mehr nachzulesen u.A. auf welt.de.

Nun zur kleinen bayrischen Gemeinde. Auch hier wurde der McDonalds eröffnet, jedoch in einem leicht anderen Format als gewohnt. In Kombi mit einem McCafe kommt man in einem durchgestylten Laden und latscht als erstes zur „Infotheke“, wo man auf Flatscreens das Angebot gezeigt bekommt und bestellen darf. Dafür gibt’s einen Beleg, auf dem eine Nummer steht (der Vergleich zur Arbeitsagentur liegt nahe) und mit der man sich am Abholschalter (wahrscheinlich auch Terminal genannt, soweit meine Vermutung) sein Essen abholen darf, sobald auf dem Flatscreen über der Theke die eigene Nummer erscheint. Kai Pflaume war bei der Eröffnung auch dabei, Foto gab’s im Münchner Merkur dazu auch. Auch hier: gleich das Gymnasium mit 1200 Schülern um die Ecke.

Zusammenfassung also:

Weder in Kreuzberg (mit Medieninteresse und Aktionen und pipapo) noch im Landkreis München (siehe leiser Protest der Eltern und der Grünen) hat es etwas gebracht, beide McDonalds-Filialen wurden im Nu gebaut und eröffnet. Man sieht also, dass sich die eigentlich so fernen Welten doch äußerst nah sein können, wenn sie nur wollen.

Was gibt’s weiter zu McDonalds und Protesten zu sagen?

Nun, beides hat mit Hühnchen zu tun, das Eine auch mit Geld. Fangen wir mit dem Interessanten an. Also, das Hühnchen:

Der McChicken ist inzwischen rund und nicht mehr länglich, vom Format also deutlich dem Chickenburger angepasst, kleiner als der Alte ist er außerdem auch noch -> es schreit geradezu nach Preiserhöhung, ähnlich dem „kleinen Getränk“, das nur noch 0,25l statt 0,33l sind.

Zum zweiten Huhn also: Der Chickenburger, einst Mitglied in der Riege des „McDonalds Einmaleins 1×1″, kostet stolze 1,30€ (Preiserhöhung, Preiserhöhung…). Aber da der Beitrag ja AntiMcDonalds heißt, müssen hier natürlich auch diverse Protestaktionen aufgeführt werden, so z.B.

http://www.rettet-den-chickenburger.dl.am/

oder auch

http://www.mc-chicken.de/

die eigentlich für den Chickenburger kämpfen und wohl nicht ganz den Unterschied zum oben erwähnten McChicken verstanden haben. Aber gut, so viel Kenntnis über das McDonalds-Sortiment zu besitzen gehört wohl zum „Wissen, das man nicht wissen sollte“, so erwähnt in Dietrich Schwanitz Buch „Bildung – Alles was man wissen muss“ (hierbei auch als Buchtipp erwähnt).

Weiter im Text: Ebenso erhört: kleine Portion Pommes frites von 1€ auf 1,20€ und der Gartensalat von 1€ auf 1,49€. Dafür gibt’s zwar noch keine Petition, kommt aber sicher alles noch. Soweit also das „kurze“ Fazit, in weiteren McDonalds-Angelegenheiten auf dem Laufenden zu halten ist zwar peinlich, aber immerhin brachte mir der Suchbegriff „mcdonalds“ in den letzten Monaten die meisten Klicks auf diesen Blog, was vielleicht ja auch einfach für meine Zielgruppe spricht. Petitionen für mehr McDonalds-Artikel auf diesem Blog sind gern gesehen.

Fotoquellen siehe Links (welt.de und merkur-online.de)

Session #7 – Das Samstagabend-Daheimbleib-Phänomen

…oder auch: Wie schreibe ich überhaupt Phänomen?

Nachdem nun auch diese Rechtschreibverwirrungen behoben sind, kann ich ja zu meinem eigentlichen Thema dieses Blogeintrags (dem ersten seit Langem!) kommen:

Fühlt es sich für jeden komisch an, an einem Samstagabend (oder sei es jetzt der Abend vor einem Feiertag) daheimzubleiben?

Auf eine fast leere ICQ-Liste zu starren, auf der allerdings die wenigen, die online sind, als away gekennzeichnet sind und man sich sicher sein kann, dass wiederum die Hälfte von diesen wenigen ICQ-Online-Leuten schlichtweg vergessen haben, den PC herunterzufahren und gerade dicke Party irgendwo machen und wahrscheinlich den größten Abend ihres Lebens erleben, während man selbst gelangweilt daheim sitzt und nicht weiß, wohin mit seiner Zeit. Sicher erleben sie gerade nicht den größten Abend ihres Lebens, aber sie könnten ja. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist bei ihnen zumindest größer als bei mir.

Eigentlich ja lächerlich, und irgendwo auch Gruppenzwang und Orientierung an der Allgemeinheit/Masse (ja sonst wären ja so viele in ICQ on wie unter der Woche auch!), aber es gibt ja Momente, in denen einem das vollkommen egal ist. Verstärkt wird das Phänomen natürlich noch, wenn man sich eigentlich den ganzen Tag darum gekümmert hat, eine einigermaßen sinnvolle Abendgestaltung zu finden und entweder alle schlecht drauf sind und deshalb nicht mitkommen, oder alle irgendeine Party besuchen, zu der man selbst nicht eingeladen ist. Ergebnis: Man wird genauso schlecht drauf wie diejenigen, die mitunter daran Schuld haben, dass man nun in dieser dummen Lage steckt und trotz größter Bemühungen und Googlesuchen einfach nichts für einen solchen Abend gefunden hat, was zu tun ist.

Aber irgendwie muss man den Abend ja rumbringen und ich bin schon dabei, meinen alten jetzt.de-Account mal wieder zu aktivieren und mich bei neon.de anzumelden. Eigentlich ja alles derselbe Käse. Da wird der Artikel auch gleich mal veröffentlicht, und es ist wieder ein Schritt in Ende dieses Abends getan.

Traurigkeit des Tages – La baguette

Zur Traurigkeit des Tages möchte ich sagen, dass ich mein Leben lang eine gute Verbindung zu Fertigessen genoss. Selbst in Zeiten, als dieses noch nicht den Qualitätsstandard von heute inne hatte, habe ich das Zeug vorgesetzt bekommen (damals…mit 5 Jahren oder so) und ein essentieller Teil dieser Ernährung war für mich das Bistro Baguette „Hawaii“. Auch wenn ich mir jedes Mal für drei Tage den oberen Gaumen verbrannt habe, ich habe es geliebt. Also dachte ich mir heute Mittag, dass ich mal wieder eines der Baguettes essen könnte – gesagt getan. Dr. Oetker beschreibt sein Baguette folgendermaßen:

Bistro Baguettes Hawaii sind belegt mit saftigen Ananasstücken und feinem Schinken auf fruchtiger Tomatensauce, überbacken mit mildem Edamer.

Nun, früher jedoch, waren da auch noch Mandeln drauf. Und keine Tomatensauce, sondern eine weiße, cremige. Und jetzt, wo ich das Baguette so esse, merke ich, dass es genauso bescheiden schmeckt, wie die Ristorante Pizza Hawaii (ebenfalls Dr.Oetker), irgendwie echt traurig.

Oldschool Hawaii-Baguette, ade.

Lynwood

Der Großraum Los Angeles hat knapp 17 Millionen Einwohner. Das Los Angeles County allein hat ca. 10 Millionen.

72,984 davon leben in 14,770 Haushalten in Lynwood. Ein beschauliches Städtchen, wäre da nicht das örtliche Frauengefängnis. Doch Moment – irgendwo in diesem Blog tauchte der Name „Lynwood“ doch schon auf, mag sich der treue Leser denken. Richtig, denn hier residierte schon (oder eben residierte nicht) Paris Hilton! Vor drei Tagen hat es nun auch ihre (Ex-? Wer weiß das im Moment schon)Busenfreundin Nicole Richie erwischt, die schwanger ihre Haftstrafe wegen Fahren unter Drogeneinfluss absitzen wollte. Vielleicht bekam sie auch nur einen Stehplatz, denn aufgrund der anhaltenden Überbelegung im „Lynwood Carlton-Resort“ (4 Sterne und gratis Frühstück in der Honeymoon Suite) durfte Miss Richie lediglich 82 Minuten statt angedachten 4 Tagen dort verbringen.

Kurz ein Vergleich: Wie in oben verlinktem Artikel schon erwähnt, betrug der Anteil von Paris Hiltons effektiver Haftzeit (vor der nächsten Vorladung, nach der sie weitere 18 Tage im Lynwood verbringen durfte) an der verordneten ganze 11%. Nicole Richie unterbietet diese Quote nun jedoch rekordverdächtig mit ganzen 1,4%!

Der Staat Kalifornien sollte sich also etwas einfallen lassen – entweder mehr Frauengefängnisse für die Lynwood-Sisters, oder eine Idee, wie man den Hollywood-Sternchen Einhalt in Sachen „Fahren unter Alkohol-/Drogeneinfluss“ gebieten kann, denn es stellt sich schon die Nächste für den Lynwood-Club an: Lindsay Lohan. Wie es in einem Artikel von sternOnline heißt, hat diese nämlich eine Verfolgungsjagd hinter sich und ist wohl mehrmals unter Kokaineinfluss hinterm Steuer gesessen, der ORF berichtet noch von zweimaligem Fahren in eher betrunkenem Zustand. Wer jedoch beim „stern“ weiterliest, merkt, dass Lohan sogar schon verurteilt wurde, der Deal: 1 Tag Knast, 10 Tage gemeinnützige Arbeit, dazu muss sie noch ein 18monatiges Entzugsprogramm absolvieren und ist für drei Jahre auf Bewährung.

In Lynwood-Quoten ausgedrückt wären das:

Paris-Quote: 2 1/2 Stunden Knast, 1 Tag gemeinnützige Arbeit, 2 Monate Entzug und 4 Monate Bewährung

Nicole-Quote: 3 1/2 Minuten Knast, 2 Stunden gemeinnützige Arbeit, 7 Tage Entzug und ein halber Monat Bewährung

Nun liebe Lindsay, jetzt musst du dich entscheiden.

Ich auf jeden Fall werde absofort in der Kategorie „Lynwood“ über kleine und große Holly-/Lynwood-Sternchen und deren Fauxpas (so denn zum etwaigen Schmunzeln anregend) berichten :)

Got milk, China?

Panik in deutschen Supermärkten, Massenansturm auf die Kühltheke: Es wird wieder gehamstert, wir befinden uns im Ausnahmezustand, denn die Butter könnte ja bald knapp werden!

Reicht es nicht, dass die Chinesen durch die erhöhte Nachfrage einen erheblichen Teil zum steigenden Ölpreis beigetragen hat, sollen in unserem Land nun auch Quark, Butter und Milch selbst teurer werden. Und das wegen der erhöhten Nachfrage aus Fernost. Denn dort wird Milch seit Neustem hochgehypt, bessere Zähne, glatte Haut, ja das Mittelchen „gegen Zeichen der Hautalterung“, dazu natürlich ist sie natürlich noch mehr als gesund (kennen wir doch alles von Omas Empfehlung für Buttermilch). Die Lebensqualität hat in China in den letzten Jahren deutlich zugenommen – zumindest in den Städten – das Land erlebt einen Babyboom, und diese Mäuler wollen natürlich gestopft werden. Was aber hat das jetzt mit dem Bauern in Niederbayern zu tun, der seine Milch über die Molkerei und den Supermarkt an mich liefert und dafür recht wenig zurückbekommt?

Ganz einfach: Er kann genauso gut Milchpulver (haltbar!) für China herstellen. Blöd nur, dass bei dem ganzen Hype in China anscheinend recht wenig interessiert, dass der größte Teil der Bevölkerung an Laktoseintoleranz leidet; zu gut Deutsch: einfach keine Milch(-produkte) verträgt. Die Zahlen bzgl. des genauen Prozentsatzes schwanken, Wikipedia spricht von 98% der chinesischen Bevölkerung, welt.de von knapp 90…deutlich also, wie hoch der Anteil in der Bevölkerung ist. Sprach ich von blöd? Natürlich nicht, denn die Chinesen wären nicht sie selbst, wenn sie nicht schon längst Verfahren anwenden würden, um den Milchzucker bereits im Vorfeld aufzuspalten (was ja sonst das fehlende Enzym übernehmen würde). Klingt fast so einfach wie CO2-Wolken über Peking mit Spezialraketen abzuschießen, damit pünktlich zur Olympiade die Luft frischer wird.

Wir Europäer haben frischere Luft, hatten bisher Milch und sind trotzdem nur bedingt schöner, bleibt uns also nur das Umsteigen auf Margarine – für ein paar Jahre, bevor die Chinesen auch diesen westlichen Trend zu sich holen.

Anti-McDonalds: Kreuzberg und die bayrisches Gemeinde

Es war einmal der Landkreis München; und in diesem Landkreis eine 12.500 Seelengemeinde, zwar nicht unter der Vorherrschaft der CSU, doch mit einer Mehrheit der Freien Wähler im Gemeinderat, die nach bald 16 Jahren Regentschaft und dem Bürgermeister auf dem Thron des Ortes nicht mehr zu 100% die Interessen ihrer Wähler vertreten.

Im Gegensatz hierzu: Berlin-Kreuzberg oder eher der Wrangelkiez. Ebenfalls knapp 12.500 Einwohner, der kulturelle Unterschied zu der kleinen Gemeinde im Münchner Speckgürtel dürfte allerdings klar sein.

Was haben die beiden Standorte also gemeinsam, außer der ähnlichen Einwohnerzahl?

Protest gegen McDonalds.


Spiegel Online brachte vorgestern einen Bericht über die Protestaktion gegen McDonalds in Kreuzberg, und so war ich doch recht überrascht, welche unterschiedlichen Begründungen gegen McDonalds in Kreuzberg und in der kleinen Gemeinde (in der ich übrigens lebe) vorgebracht werden. Für „McWiderstand“ in Kreuzberg geht es um die Abholzung des Amazonas durch McDonalds bzw. die Mitverantwortung an diesem Vorgang, die Arbeitsbedingungen der Angestellten in Filialen der FastFood-Kette und die schnelle Abspeisung durch die FastFood-Kultur an und für sich. Und irgendwo auch die Arbeitsplätze, die durch die Schaffung von 35 Plätzen bei McDonalds gleichzeitig bei möglicherweise schließenden Dönerbuden oder Cafés wegfallen werden. „McRisiko“ argumentiert auf Myspace mit Skorbut unter FastFood-Anhängern – die Bedenken kommen denen in Bayern schon deutlich näher, wo sich sorgende Mütter um Müll im schnieken Vorort und die schlechte Ernährung ihrer Kinder sorgen. Desweiteren scheint folgendes Leitspruch zu sein:

Wenn sich dieser ausbeuterische, profitgeile, krankheitsbringende und erdzerstörerische, kapitalistische multinationale Konzern schon weltweit wie die Pest ausbreitet, sollte zumindest in Kreuzberg Endstation sein.

Mit dabei: Platte JPGs gegen McDonalds, „nette“ Bildunterschriften und Bands wie Seeed und Einstürzende Neubauten in der Freundesliste.

Das Einzige, was man hingegen online gegen McDonalds im kleinen Örtchen findet, ist eine Stellungnahme der Grünen, die sich allerdings noch nicht einmal ausschließlich auf McDo bezieht, sondern auch auf die Tankstelle, die direkt daneben einziehen soll. So ist die Sorge hier:

Zu befürchten steht außerdem, dass die Kombination Tankstelle /MacDonalds, zu einer weiteren Zunahme des innerörtlichen Verkehrs in Kirchheim führen wird. Gesamt-Bilanz aus ökologischer Sicht: eine Katastrophe!

Müll, Verpestung der Umwelt und dicke Kinder – da klingen Regenwaldabholzung und schlechte Arbeitsbedingungen doch schon sehr viel mehr nach Revoluzzer – vielleicht sollten die Kreuzberger und die bayrischen Mamis sich zusammen tun, das wäre dann sicher die beste Aufstandskombo seit dem G8-Gipfel.

Ups, der ist ja auch erst 10 Tage her.

Von bedrohten und vermissten Wörtern

Das Wort des Jahres, das Unwort des Jahres – alle Jahre wieder hören wir sie, alle Jahre wieder kommen Erinnerungen an mehr oder weniger wichtige Ereignisse wieder auf in einem, und wer nachts um drei auf Wikipedia die Liste der ehemaligen Top-Wörter durchliest mag doch ins Schmunzeln ob der damaligen Wichtigkeit der Wörter oder der Dinge, die mit ihnen verbunden werden, kommen.

Heute hingegen wurde der Gewinner eines bis dato eher unbekannten Wettbewerbs bekanntgegeben, „Das bedrohte Wort“, das sich nun anscheinend in die Reihe der bedeutenden Wörter, die den Duden bedeuten, einreihen will. Da saßen also Schriftsteller, Germanisten und Journalisten über knapp 3000 Einsendungen und wollten das bedrohteste Wort (nur des Jahres 2007 oder aller Zeiten? Ich vermute ersteres) küren. Und welches macht natürlich das Rennen?

Kleinod.

Wenn nicht dieses, welches dann (Die Dame, die dieses Wort zum Wettbewerb eingesendet hat, darf sich jetzt übrigens über die „Käseigel“-Trophäe“ freuen)? Vielleicht „blümerant“, „Dreikäsehoch“ oder doch „Labsal“, die allesamt die Plätze hinter dem Kleinod belegten? „Bauchpinseln“, „Augenstern“, „fernmündlich“, „Lichtspielhaus“, „hold“ und „Schlüpfer“ bilden den Rest der Top 10, wenn das mal keine Auswahl ist. Dabei dürften „hold“ unter Mittelalterfans und „Schlüpfer“ unter Amateurerotikschmuddelgeschichtchenautoren noch durchaus beliebt sein. Dabei fanden sich unter den meisteingesendetsten (existiert dieses Adjektiv überhaupt?) Wörtern doch einige durchaus nette Kandidaten.

So bezeichnet der Spiegel die folgende Liste als das Ranking der am meisten vermissten Wörter. Eine gewagte Interpretation, aber wer weiß: Vermissen kann man viel, weshalb also nicht auch Wörter, wenn schon ohnehin die alten Zeiten.

Backfisch (35 Nennungen)
hanebüchen (28)
Sommerfrische (20)
blümerant (16)
Pfennigfuchser (15)
Heiermann, Schutzmann (14)
Bratkartoffelverhältnis, Lichtspielhaus, Steckenpferd (13)
Fisimatenten, Fräulein, Groschen, knorke (12)
Bandsalat, Hagestolz, Schabernack, Gemach (11)

Auch wenn einige Kandidaten dabei sind, die ich wohl noch nie in meinem kurzen Leben gehört habe – andere kann man doch gut und gerne in seinen eigenen Sprachgebrauch wieder einfließen lassen, wenn auch nicht gerade Backfisch (Verfressenes Volk, wir Deutschen) oder den Bandsalat, den bald nur noch Retro-Fans und Nostalgiker bei Video- und Kassettenrekordern erleben dürften.