Anti-McDonalds: Kreuzberg und die bayrisches Gemeinde

Es war einmal der Landkreis München; und in diesem Landkreis eine 12.500 Seelengemeinde, zwar nicht unter der Vorherrschaft der CSU, doch mit einer Mehrheit der Freien Wähler im Gemeinderat, die nach bald 16 Jahren Regentschaft und dem Bürgermeister auf dem Thron des Ortes nicht mehr zu 100% die Interessen ihrer Wähler vertreten.

Im Gegensatz hierzu: Berlin-Kreuzberg oder eher der Wrangelkiez. Ebenfalls knapp 12.500 Einwohner, der kulturelle Unterschied zu der kleinen Gemeinde im Münchner Speckgürtel dürfte allerdings klar sein.

Was haben die beiden Standorte also gemeinsam, außer der ähnlichen Einwohnerzahl?

Protest gegen McDonalds.


Spiegel Online brachte vorgestern einen Bericht über die Protestaktion gegen McDonalds in Kreuzberg, und so war ich doch recht überrascht, welche unterschiedlichen Begründungen gegen McDonalds in Kreuzberg und in der kleinen Gemeinde (in der ich übrigens lebe) vorgebracht werden. Für „McWiderstand“ in Kreuzberg geht es um die Abholzung des Amazonas durch McDonalds bzw. die Mitverantwortung an diesem Vorgang, die Arbeitsbedingungen der Angestellten in Filialen der FastFood-Kette und die schnelle Abspeisung durch die FastFood-Kultur an und für sich. Und irgendwo auch die Arbeitsplätze, die durch die Schaffung von 35 Plätzen bei McDonalds gleichzeitig bei möglicherweise schließenden Dönerbuden oder Cafés wegfallen werden. „McRisiko“ argumentiert auf Myspace mit Skorbut unter FastFood-Anhängern – die Bedenken kommen denen in Bayern schon deutlich näher, wo sich sorgende Mütter um Müll im schnieken Vorort und die schlechte Ernährung ihrer Kinder sorgen. Desweiteren scheint folgendes Leitspruch zu sein:

Wenn sich dieser ausbeuterische, profitgeile, krankheitsbringende und erdzerstörerische, kapitalistische multinationale Konzern schon weltweit wie die Pest ausbreitet, sollte zumindest in Kreuzberg Endstation sein.

Mit dabei: Platte JPGs gegen McDonalds, „nette“ Bildunterschriften und Bands wie Seeed und Einstürzende Neubauten in der Freundesliste.

Das Einzige, was man hingegen online gegen McDonalds im kleinen Örtchen findet, ist eine Stellungnahme der Grünen, die sich allerdings noch nicht einmal ausschließlich auf McDo bezieht, sondern auch auf die Tankstelle, die direkt daneben einziehen soll. So ist die Sorge hier:

Zu befürchten steht außerdem, dass die Kombination Tankstelle /MacDonalds, zu einer weiteren Zunahme des innerörtlichen Verkehrs in Kirchheim führen wird. Gesamt-Bilanz aus ökologischer Sicht: eine Katastrophe!

Müll, Verpestung der Umwelt und dicke Kinder – da klingen Regenwaldabholzung und schlechte Arbeitsbedingungen doch schon sehr viel mehr nach Revoluzzer – vielleicht sollten die Kreuzberger und die bayrischen Mamis sich zusammen tun, das wäre dann sicher die beste Aufstandskombo seit dem G8-Gipfel.

Ups, der ist ja auch erst 10 Tage her.

5 Kommentare »

  1. Michi Sagte:

    ROFL; omfg, du bist so gut!

  2. Phil Sagte:

    Hmm… versteh nicht ganz was der beitrag soll, findest Du McDonalds jetzt toll oder willst Du Dich ueber das Buergerengament lustig machen … ??? … komisch alles.

  3. [...] 5, 2007 @ 10:56 nachmittags } · { Allgemeines, Gesellschaft } { } Nach meinem Eintrag vom 17.Juni dachte ich, ist es nun Zeit für ein kurzes Fazit der ganzen AntiMcDonalds-Kampagnen [...]

  4. McD-Azubi Sagte:

    Ach als Azubi in einem der Stores, kann man dazu ja ruhig mal was sagen ;-)

    Wir schreiben zur Umwelt:
    http://www.mcdonalds.de/html.php?t=Download&c=school
    http://www.mcdonalds.de/html.php?t=Download&c=recycling
    http://www.mcdonalds.de/html.php?t=Download&c=protect
    http://www.mcdonalds.de/html.php?t=Download&c=manage

    Und zur Ernährung:
    http://www.mcdonalds.de/html.php?t=Download&c=school_nut

    Die Leute protestieren wirdermal, weil sie sich selbst nicht unter Kontrolle haben. Ich selbst erlebe nahezu jeden Tag, wie eine Fette Familie bei uns mit ihrem Auto ankommt, in der sich jeder von denen zwei Menüs bestellt, teils beide Menüs mit Big Tasty – meist mit Cola-Light und Mayo zu den Pommes. Und dann gehts los und die Beschwerden kommen. McDonalds hat mich fett gemacht – na ja, wenn man alternativ dazu jeden Tag zwei Schnitzel isst, sich dazu mit Cola-Light noch den Magen verdirbt, sodass dieser noch mehr Kalorien aus dem Essen filtert

  5. McD-Azubi Sagte:

    ups… aus Versehen auf Senden gekommen ;-)

    … und dazu noch 40ml Mayo zu den Pommes isst, der ist meines Erachtens nach selber Schuld. Genauso Leute, die auf dem Weihnachtsmarkt am Abend 4 Currywürste essen oder Leute, die sich abends mal eben 2 Pizzen in den Ofen schieben, weil der Magen bereits so ausgedehnt ist, dass eine einfach nicht mehr reicht. Leute, die beständig Süßgetränke trinken, weil sie das zum Essen eben wollen. Oder vor allem auch Eltern, die nahezu jeden Abend nach der Arbeit zu McD kommen, ihren Kindern ihr Happy Meal mit Nuggets, Soße, Pommes, Mayo und Milchshake holen und dann über McD lästern, nur weil sie selbst nicht in der lage sind, für ihre Kinder was zu kochen und ihnen mit dem Shake und der dicken Portion Mayo einen Gefallen tun wollen. Leute werden fett, weil sie zu viel essen – nicht, weil sie etwas von McDonalds essen.

    Thema Umwelt: Dazu sind viele links in meinem Beitrag. McDonalds hat, gemeinsam mit jedem einzelnen Franchise-Nehmer, unglaublich viel Geld investiert, um Energiesparmaßnahmen zu ergreifen. tzoaster stellen sich nach dem Toasten auf Standby, Grills machen selbiges – es wurden sogar konsequent neue Grills zur Verfügung gestellt (Clam-Shell-Grills), um Strom zu sparen. Die Beleuchtung funktioniert komplett über Energiesparmaßnahmen, die tagsüber nicht auf Standby sind, sondern bei denen die Sicherung aus ist. Was nicht laufen muss, läuft nicht. Die kompletten Küchen wurden den neueren Standards entsprechend umgebaut, um Energiespaßmaßnahmen einhalten zu können. Unter dem Küchenboden befindet sich ein Abfangbecken, welches regelmäßig entleert und gefiltert wird, um Wasser zu sparen und Rohstoffe zu verwerten. Das Rapsöl aus den Fritteusen wird in Eimer beim Wechseln gefüllt, damit es von Bauern und so weiter dann nach Aufebreitung gut weiter verwendet werden kann. Lebensmittelreste werden in Biotionnen gelagert, um Futter für Bauernhöfe usw. geschaffen. Alle Reinigungsmittel, die im Küchenbereich eingesetzt werden, sind biologisch abbaubar. Die einzig ätzenden Mittel, die wir besitzen, sind so aufgebaut, dass sie erst ab einer Temperatur über 100°C wirklich ätzend sind und zuvor völlig ungefährlich (was nicht heißt, dass man sie trinken soll). Es gibt nicht ein einziges Mittel, welches giftige Dämpfe ausstößt, wir brauchen niemals Atemschutzmasken, wenn wir irgendwas reinigen, wir haben sogar umweltfreundliche Pflaster auf der Arbeit.

    Das Schöna an Demos ist meist, dass sich Leute zusammen treffen, die einfach nur irgendwas gegen etwas haben wollen, die aber an und für sich keine Ahnung haben, wovon sie reden. Gerade in meiner Heimatstadt erlebe ich das immer wieder. Es gab hier letzens mehrere Demonstrationsgruppen, die über Umwege alle zu einem Ziel liefen. Rechte, Linke und die Alternativen. Schlaue Sache. Natürlich eskalierte das. Und die Umfragen während der Läufe ergaben, dass die meisten sich einfach nur der Gruppe angeschlossen haben, weil sie die Meinung richtig finden – wiedermal, ohen sich eigene Gedanken zu machen. Und so vegetiert die Welt dahin, voller wandernder Idioten, die meinen, ihre Meinung sei begründet, weil sie mal von irgendwem hörten, dass ein freund von dem etwas gehört hat, was laut Aussage eines anderen Freundes richtig ist. Oh du schöne, unsere Welt.

    Ich wünsche noch einen angenehmen Abend ;-)


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