…eigentlich imprägnieren?
Heute befassen wir also in der Rubrik „Fakten, die das Leben nicht braucht“ mit eben dieser Frage. Dazu müssen allerdings folgende Aspekte im Vorraus geklärt werde
a) Wie kommt es dazu, dass uns diese äußerst wichtige Frage beschäftigt?
b) Wie weit helfen dem Etymologen hierbei seine Latein- bzw. Altgriechischkenntnisse?
c) Wieso will die Verkäuferin bei Deichmann einem immer, aber wirklich immer ein Imprägnier- oder Lederpflegespray andrehen?
Beginnen wir also bei Punkt a). Der genaue Hergang muss hier nicht erörtert werden, doch viel mehr folgender Tatbestand:
Es existiert im Deutschen das Wort „Imprägnierung“ bzw. das Verb „imprägnieren“. Ebenso allerdings auch das lateinische Wort „impraegnare“, welches so viel wie „schwängern“ heißt. Dazu gibt es auch im Deutschen noch die „Imprägnation“, die sowohl den Akt des Imprägnierens als auch die Befruchtung bezeichnet. Recht viel wirres Zeug auf einem Haufen, aber gut, was tut man nicht alles für die Freunde der Etymologie. Kernfrage also: Passt das zusammen? Ich komme zu dem Schluss: Nein!
Also zu Punkt b). Wie schon bemerkt, hilft uns unser Latein hier nicht wirklich weiter, ganz im Gegenteil, es stiftet noch viel mehr Verwirrung (gesetzt dem Fall, dass die Verkäuferin bei Deichmann uns kein Spray zur Selbstbefruchtung verkaufen möchte, aber dazu später). Also kurzerhand auf Griechisch zurückgegriffen (Altgriechischkenntnisse besitze ich zwar nicht, aber wozu gibt es Neugriechisch und Google). Im Altgriechischen gibt es nur den Begriff „ἀρόω„, der soviel wie „ackern; gut machen, urbar machen; säen; befruchten, schwängern; pass., gezeugt werden“ bedeutet – hier also Fehlanzeige, entweder wir versuchen es mit Baskisch oder wir bleiben bei Latein.
Was Befruchtung ist, dürfte allen anwesenden Blog-Lesern hoffentlich klar sein. Imprägnierung hier also noch kurz und knapp von Wikipedia zusammengefasst:
Imprägnierung ist ein Schutz von Gewebestoffen, z. B. Zelten oder Bekleidung, vor Durchfeuchtung.
Imprägnieren ist also einerseits das Schützen von Geweben, dass nichts durchkommt (siehe Beispiel Schuhe -> Deichmann!). Andererseits aber eben auch der Moment, in dem die Samenzelle eben doch durchkommt, nämlich durch die Wand einer Eizelle. Verwirrend, irgendwie. Irgendjemand hat hier versagt, und zwar ganz gewaltig. Vielleicht sollte sich mal das Fernsehen mit dem Thema befassen, ja, gar Harald Schmidt oder Sarah Kuttner in einer Wiederbelebung von „Le Show“, aber ich fühle mich gerade wie Proust und gebe mich angesichts dieses Bergs an möglichen Gedanken und Wirrungen geschlagen.
Aber zu c), der Punkt, der mir ganz besonders am Herzen liegt: Deichmann weiß, dass der Imprägnierschutz von diesen Schuhen nicht länger als einen Regenschauer anhält, höhö